Modebewusst und trotzdem nachhaltig – so geht’s!

Ich hab letztens meine 19 Dinge, die ich mir für 2019 vorgenommen habe. durchgeschaut und habe festgestellt, dass einer der Vorsätze war, dass ich mich mehr mit Mode beschäftige – das hab ich gemacht und zwar sehr kritisch. Mode ist meine „Achilles ferse“ wenn es um Nachhaltigkeit geht. Ich liebe Mode und alles drumherum – leider wurde mir immer mehr bewusst, dass es so wie es früher war, nicht mehr weiter gehen kann. Ich habe einfach viel zu viel „fast fashion“ Stücke pro Monat gekauft – damit ist jetzt Schluss! Ich möchte diese Industrie, die so extrem zur Umweltverschmutzung und Ausbeutung anderer Länder und vor allem Menschen beiträgt, nicht mehr unterstützen.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich im Fashion-Kontext?
Nachhaltig zu sein bedeutet, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen und so lange wie möglich mit den Ressourcen, die man schon verbraucht hat, auszukommen. Sprich, man benutzt ein Kleidungsstück so lange wie möglich, also bis es kaputt ist und nicht mehr zum Reparieren geht.

Wieso ist „Fast Fashion“ nicht nachhaltig?
Dafür gibt es viele Gründe. Die Teile werden billigst und in Masse produziert – das heißt, dass die zum einen Unmengen an Ressourcen verbrauchen und zum anderen nicht lange halten, da sie einfach schlecht verarbeitet sind. Außerdem versucht die „Fast Fashion“ Industrie, zu der nicht nur Ketten, sondern auch große und teure Marken gehören, immer so vielen Trends wie nur möglich zu folgen, was dazu führt, dass viele Teile in kürzester Zeit aus der Mode sind, und dadurch für die KäuferInnen wieder uninteressant werden. Das Resultat dieser Faktoren ist, dass ein „Fast Fashion“-Teil im durchschnitt nur 8 (!) Mal getragen wird.

Was kann man als normaler Konsument jetzt dagegen tun?
So einiges. Nachhaltig zu sein wenn es um Mode geht ist viel einfacher, als ich persönlich dachte. Wie mein Umdenken und Umstieg funktioniert hat, zeige ich euch jetzt.

  1. Aussortieren
    Ja, ihr habt richtig gelesen – der erste Schritt war für mich einmal alles auszusortieren, was ich nicht mehr trage. Etwas schockierend, als mir dann auffiel, dass ich manche Sachen nur ein- bis zweimal anhatte. Die aussortierten Stücke werde ich zum Teil an Freunde und Familie weitergeben, am Flohmarkt oder auf „willhaben“ verkaufen oder auch spenden. Ein paar kaputte Teile konnte meine Mama nähen, andere wurden jetzt zu Putzfetzen und Abschminkpads upgecycelt. Wegschmeißen musste ich nichts – das war mir besonders wichtig. Da ich Sommer umziehe, werde ich wahrscheinlich da auch nochmal aussortieren.
  2.  Bestandsaufnahme
    Nachdem ich aussortiert habe, habe ich mir mal meine Sachen genau angeschaut und festgestellt, was ich gerne trage, welche Farben ich mag und welche Schnitte mir am besten stehen. Bei mir sind das vor allem Basics und neutrale Farben. Wer weiß, was einem steht und was man gern trägt, kann Fehlkäufe und Impulskäufe vermeiden.
  3. Was fehlt in meinem Kleiderschrank?
    Bei der Bestandsaufnahme konnte ich dann feststellen, was mir noch fehlt und was ich noch gerne hätte. Diese Dinge habe ich dann zuerst versucht Secondhand am Flohmarkt und im Internet zu finden – dabei war ich teilweise sehr erfolgreich. Secondhand ist übrigens die nachhaltigste Art einzukaufen, da keine neuen Ressourcen verbraucht werden müssen. Was ich secondhand nicht finden konnte, habe ich versucht bei Fair Fashion/nachhaltigen Labels zu finden, da wurde ich auch fündig, und war super überrascht, dass das nicht einmal viel teurer war, als manche „Fast Fashion“ Läden. Was ich nirgendwo finden konnte, oder einfach viel zu teuer für mich und mein Studenten-Budget war, habe ich dann „normal“ gekauft. Das waren aber Teile, von denen ich weiß, dass ich sie lange tragen werde.
  4. Sind nachhaltige Labels wirklich so viel teurer?
    Jein. Wenn man alleine den Stückpreis beachtet schon, aber da die Teile qualitativ viel hochwertiger sind und man sie nicht so oft ersetzen muss, sind sie auf längere zeit gesehen viel günstiger. Ich habe mir allerdings ein Paar Sneaker gekauft, das gleich viel gekostet hat, wie Sneaker von anderen namhaften Herstellern. Bei meiner Übergangsjacke habe ich leider keine gefunden, die in meinem Budget lag und mir gefiel – auch wenn sie ihr Geld sicher wert sind, musste ich passen, da ich als Studentin nicht einfach so 200€ für eine Jacke ausgeben kann.
  5. Werde ich nie mehr „Fast Fashion“ kaufen?
    Wie oben schon erwähnt, kann ich es mir zur Zeit einfach noch nicht leisten NUR fair und nachhaltige Mode zu kaufen und auch secondhand hat seine Grenzen. Ich versuche allerdings viel weniger zu kaufen und auch eher Basics und zeitlose Teile, die ich lange tragen kann. Ich möchte ebenso versuchen, nicht jedem „Trend“ hinterher zu laufen und wirklich zu überlegen, ob ich gewisse Dinge wirklich haben möchte – wenn mir ein Teil wirklich nicht aus dem Kopf geht, kaufe ich es auch. Für mich persönlich war es einfach vor allem wichtig eimal etwas zu ändern und das habe ich geschafft und das werde ich sicher auch beibehalten und irgendwann noch stärker machen.
  6. Welche Möglichkeiten gibt es noch nachhaltiger zu sein wenn es um Mode geht?
    Wie gesagt ist die nachhaltigste und meiner Meinung nach „lustigste“ Methode Second Hand Shopping. Egal ob am Flohmarkt, auf Instagram, Shpock oder Willhaben – man kann ewig stöbern, Geld sparen und ist nachhaltig. Wer sich damit gar nicht anfreunden kann, hat natürlich die Möglichkeit mit FreundInnen Kleidung zu tauschen, das ist auch günstig und macht ebenso Spaß. Man kann Kleidung die kaputt ist auch reparieren, wer da so talentiert ist wie ich (noooot) kann sich Tutorials auf YouTube anschauen, Klamotten zur Mama, Oma oder zum Schneider bringen. Bei kaputten Schuhen hilft ein Besuch beim Schuster.

 

Mir war lange nicht bewusst, bzw. auch leider einfach egal, was für Auswirkungen die Modeindustrie auf unsere Umwelt hat. Auch ich lerne immer wieder dazu und versuche mich zu verbessern – dieser Aspekt ist für mic persönlich der schwierigste. Trotzdem arbeite ich weiter an mir und versuche etwas zu ändern und mich zu bessern. Ich verlinke euch unten ein paar Seiten zum Thema nachhaltige Mode und ein paar Beiträge von mir zum Thema Nachhaltigkeit im Allgemeinen, falls ihr euch noch ein bisschen weiter informieren möchtet. Wer mich auf meinem Weg zu einem nachhaltigen Leben weiterhin verfolgen möchte, kann mir hier oder auf Instagram (@weristluisa) folgen.
Lasst mir auch gerne Feedback da!

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DariaDaria-Linkliste zu Fair Fashion
Henning Siedentopp Interview
„Wie können wir Textilmüll vermeiden?“ A Mindfull Mess
Lexikon der Nachhaltigkeit: Mode
utopia.de – Mode
Friday Magazine – nachhaltige Influencerinnen
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Modebranche macht auf grün
Gegen blinden Konsum – focus.de

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